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zu dem Thema "Wohnen im Alter" 

Selbstbestimmtes Wohnen im Alter –
Am liebsten Daheim!

Wie gelingt das so lange wie möglich?

Selbstbewusst mit dem eigenen Älterwerden umzugehen ist nicht einfach. Jeder empfindet dies anders. Der Alltag und die Lebensweise der Menschen ist unterschiedlich und damit auch die Ansprüche an die individuelle Lebenssituation im Alter.

In der gewohnten Lebensumgebung bleiben, nicht umziehen zu müssen, das ist der weitverbreitete Wunsch. Die Nachbarn, die Umgebung, die Ärzte und Einkaufsmöglichkeiten – alles ist vertraut und soll es bleiben. Aber was ist, wenn Unterstützung im Alltag und in der Pflege notwendig wird oder die Wohnung nicht mehr altersgerecht ist? Was ist möglich und wohin kann man sich wenden?

Pflege und Unterstützung im Alltag ist notwendig

Sind Angehörige in der Nähe übernehmen diese meistens die Pflege und die Unterstützung des Pflegebedürftigen in dessen Wohnung. Neben den Beratungsbesuchen eines professionellen Pflegedienstes gibt es Schulungsangebote in Kursen oder in der Häuslichkeit des Pflegebedürftigen. Ist ein Pflegegrad von der Pflegekasse anerkannt, so kann Pflegegeld beantragt werden, dass direkt ausgezahlt wird.

Sind keine Angehörigen in der Nähe oder können diese die Pflege nicht oder nur teilweise übernehmen, so unterstützt ein ambulanter Pflegedienst Pflegebedürftige und deren Angehörige. Beruf und Pflege kann so besser koordiniert werden. Damit ermöglicht ein ambulanter Pflegedienst den Betroffenen, in der vertrauten Umgebung zu bleiben. In diesem Fall kann zwischen Pflegesachleistungen der Pflegekassen oder einer Kombination zwischen Sachleistung und Pflegegeld gewählt werden. Hinzu kommt noch die Finanzierung von Pflegehilfsmitteln.

Um den Alltag Daheim gut zu meistern, kann Unterstützung bei der hauswirtschaftlichen Versorgung erfolgen. Dies können Einkäufe, Begleitung bei Einkaufsgängen und sonstigen Erledigungen, Einkaufsgängen, Wohnungsreinigung, Botengänge, Blumenpflege sein.

Möchte der ältere Mensch nicht den ganzen Tag allein zu Hause sein oder erfordert die Situation des Pflegebedürftigen eine ganztägige Unterstützung, gibt es die Möglichkeit eine Tagespflege-Einrichtung zu besuchen. Der Tag beginnt dort mit einem gemeinsamen Frühstück, bietet verschiedenste Aktivitäten je nach vorhandenen Interessen und Möglichkeiten, ein gemeinsames Mittagessen, Ruhepausen und selbstverständlich einen Fahrdienst von und nach Hause. Die Finanzierung kann – zumindest teilweise - über die Pflegekasse erfolgen.

Sind die finanziellen Mittel und die Räumlichkeiten vorhanden, kann auch eine sogenannte 24h-Pflegekraft angestellt werden. Haushalts- bzw. Pflegehilfen aus den EU-Mitgliedsstaaten können in Deutschland ohne Arbeitserlaubnis beschäftigt werden. Die zentrale Auslands- und Fachvermittlung (ZAV) der Bundesagentur für Arbeit unterstützt Sie bei der Suche und Auswahl geeigneter Hilfskräfte im Haushalt. In Zusammenarbeit mit den osteuropäischen Arbeitsverwaltungen vermittelt die ZAV Haushaltshilfen, die Sie beim Einkaufen, Kochen, Waschen, Putzen und anderen Arbeiten im Haushalt, bei der Pflege und bei der sozialen Betreuung unterstützen.

 

Service in den eigenen vier Wänden: Betreutes Wohnen zuhause

Wenn einzelne Hilfsdienste zuhause nicht mehr ausreichen, kann ein Paket aus professionell organisierten Unterstützungsleistungen, eine Hausnotrufsicherung und regelmäßige Hausbesuche erhöhte Sicherheit geben. All diese Unterstützung kommt in die angestammte Wohnung – es ist kein Umzug nötig. Dafür wird mit den Anbietern ein sogenannter Betreuungsvertrag abgeschlossen und eine Betreuungspauschale vereinbart. Diese hängt vom Umfang des Leistungspaketes ab.

 

Bauliche Anpassungen in der Wohnung

Ein Rollator oder ein Rollstuhl in der Wohnung erfordern eventuell breitere Türen. Manchmal ist eine barrierefreie Dusche statt Badewanne notwendig, unterfahrbare Waschtische oder Küchenarbeitsplatten. Für diese sogenannten wohnumfeldverbessernden Maßnahmen zahlen die Pflegekassen einen Zuschuss. Diesen gibt es für Maßnahmen, die mit wesentlichen Eingriffen in die Bausubstanz verbunden sind (z.B. Türverbreiterungen, fest installierte Treppenlifter und Rampen, Fahrstühle, pflegegerechter Umbau des Badezimmers). Außerdem wird der Ein- und Umbau von Mobiliar, das entsprechend den Erfordernissen der Pflegesituation individuell hergestellt oder umgebaut werden muss, finanziell unterstützt.

Im selbstgenutzten Wohneigentum kommen auch Fördermöglichkeiten der KfW-Bank in Frage. Neben den Programmen zum energieeffizienten Bauen kann für Umbauten auch das Programm "Altersgerecht Umbauen - Programm 159" oder „Barrierereduzierung – Zuschuss 455-B“ genutzt werden. Durch Bundesmittel besonders zinsgünstig gestaltete Kredite sollen unabhängig vom Alter und jeglicher Einschränkung ein möglichst selbstbestimmtes Leben fördern. Ziel ist die Barrierereduzierung in der Wohnung, im Wohngebäude und in dessen Umfeld, damit möglichst viele Menschen so lang wie möglich in ihren eigenen vier Wänden und in der vertrauten Umgebung weitgehend barrierefrei leben können.

Genauere und weiterführende Informationen erhalten Sie bei

 

(Diese Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit sondern dient der ersten Orientierung.)

 

Wohnen
„wie zu Hause“ 

Gemeinsam statt einsam

Gemeinschaftlich wohnen, selbstbestimmt leben

Ältere Menschen leben häufiger allein – schon dieser Trend verändert die Wohnverhältnisse. Dazu kommt, dass aufgrund kleinerer Familiengrößen und der zunehmenden Erwerbstätigkeit von Frauen und Männern weniger Angehörige da sind, die sich um die Älteren kümmern können. Und diejenigen, die dazu bereit sind, leben aufgrund wachsender Mobilität oft nicht in der Nähe.

Älter werdende Menschen interessieren sich zunehmend für neue gemeinschaftliche Wohnformen – sowohl mit Gleichaltrigen als auch generationenübergreifend mit jüngeren Menschen. Es gibt aber nicht DIE Wohnform, die für alle älteren Menschen die beste ist.

Ein frühzeitiger Umzug kann sinnvoll sein, um an einem Ort neue Netze zu knüpfen, bessere Voraussetzungen zu finden, eigene Wohnwünsche zu verwirklichen. Der erste Schritt ist, sich – in Gesprächen mit Freunden, Partner, Familie – über die eigenen Wünsche klar zu werden. Wer mit Anfang 60 den Plan hat „später mal mit Freunden einen Bauernhof in eine WG umzubauen“, wird mit der Realisierung vermutlich Probleme bekommen.

 

Die klassische „Alters-„-WG

Wer mit anderen zusammenleben möchte, kann in einer Wohngemeinschaft das Gemeinschaftsleben selbst organisieren. Jeder bewohnt ein eigenes Zimmer, Küche und Bad werden gemeinsam genutzt. Außerdem gibt es in der Regel ein Gemeinschaftszimmer, das allen zur Verfügung steht.
Oft werden die Wohnprojekte von der Gruppe der Beteiligten selbst geplant und in Kooperation mit anderen (z.B. einem ambulanten Pflegedienst) umgesetzt. Darüber hinaus unterstützen die Bewohnerinnen und Bewohner einander, wenn kleinere Hilfen notwendig sind.

Wer in einem gemeinschaftlichen Wohnprojekt leben will, muss bereits sein, ein Stück des Lebens mit anderen zu teilen und anderen zu helfen. Bei Ausscheiden eines Bewohners muss geregelt werden, wie eine Nachbesetzung erfolgen soll.

 

Pflege-Wohngemeinschaft und Demenz-WG

Bei hohem oder speziellem Pflegebedarf gibt es die Möglichkeit, in eine Pflege-WG zu ziehen. Auch hier werden Küche und Bad gemeinschaftlich genutzt. Betreuungskräfte und Pflegepersonal sind bei Bedarf rund um die Uhr anwesend; sie organisieren den Haushalt für die ganze Gruppe. Die Pflegeleistungen werden durch professionelle Pflegekräfte erbracht. Das Personal kann sich intensiver als in einem Heim um die Bewohnerinnen und Bewohner kümmern.

Es ist wie in jeder anderen Wohngemeinschaft: man lebt intensiv und eng mit anderen Menschen zusammen und muss bei der Gestaltung des Alltagslebens kompromissbereit sein.

Mehrgenerationenhaus

Die Idee dieser Hausgemeinschaften: Junge Familien und ältere Menschen können einander in den verschiedenen Lebenssituationen unterstützen und von der Unterstützung der anderen profitieren. Die Bereitschaft zu gegenseitiger Hilfe und Unterstützung im Alltag, zum Beispiel bei der Betreuung von Kindern oder der Hilfe für die Älteren, ist wichtiger Bestandteil des Zusammenlebens.

Die einzelnen Wohnungen der Wohnanlage werden idealerweise durch Gemeinschaftsflächen und ergänzende Serviceangebote (durch Ehrenamtliche oder Hauptamtliche) verbunden. Sind diese nicht vorhanden, so bleibt es der Einzelinitiative der Bewohner überlassen, ob die gewünschten Kontakte und Unterstützungen realisiert werden.

 

Leben mit Service: Betreutes Wohnen in einer Wohnanlage

Wenn es Ihnen darum geht, im Alter mehr Versorgungssicherheit als in der eigenen Wohnung zu haben, und Sie sich mehr soziale Kontakte und Begegnung wünschen, sollten Sie prüfen, ob der Umzug in eine betreute Wohnanlage für Sie eine Alternative ist. Das Betreute Wohnen bietet umfassende Dienstleistungen bei immer noch weitgehender Selbstständigkeit. Je nach Wohnanlage und Vertragsgestaltung werden Mahlzeiten, Pflegedienste, Reinigungsdienste oder auch Freizeitaktivitäten angeboten. Dabei wohnen Sie in Ihren eigenen, individuell und meist barrierefrei gestalteten Wohnräumen. Häufig ist auch eine Ansprechperson vor Ort, die Sie berät und informiert. Darüber hinaus gibt es häufig Gemeinschaftsräume, in denen man sich treffen und Freizeit gemeinsam gestalten kann.

Neben den Kosten für die Wohnung wird in der Regel eine sogenannte Betreuungspauschale, etwa für die Leistungen der Ansprechperson und die Notrufsicherung, erhoben.

Die Vorteile dieser Wohnform liegen vor allem darin, dass sie eine hohe Versorgungssicherheit mit selbstständigem Wohnen verbindet. Sie haben eine altersgerechte Wohnung, Sie können verschiedene Dienstleistungen in Anspruch nehmen und haben Kontakt mit anderen in ähnlicher Lebenssituation.

Seniorenheim – Wann ist das Leben in einer Pflegeeinrichtung die beste Alternative?

Für ältere Menschen, denen das selbstständige Haushalten – trotz Unterstützung durch Angehörige und ambulante Hilfen – zu beschwerlich geworden ist, kann eine Versorgung in einer guten Senioren- und Pflegeeinrichtung eine große Erleichterung darstellen.

Für Menschen, die körperlich und geistig sehr stark eingeschränkt sind, steht in einer Pflegeeinrichtung eine professionelle 24-Stunden-Betreuung zur Verfügung. Eine stationäre Einrichtung ist schon allein aus dem Grund sinnvoll, da dieser Umfang der Betreuung zu Hause von ambulanten Pflegediensten und pflegenden Angehörigen gar nicht geleistet werden kann.

 

Weitere Formen:

  • Senioren-Genossenschaft

  • Seniorendörfer

  • Individuelle Baugruppe für Wohngemeinschaften

  • Wohnen für Hilfe

  • Bürgerschaftlich engagierte Nachbarschaftshilfe

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